Update Schockraum-Management

Roessler M

Der Schockraum ist der zentrale Ort einer Notaufnahme, in dem kritisch kranke Patienten jeden Alters, und alle Fachgebiete betreffend, versorgt werden. Schockraum-Management bedeutet die Organisation von Aufgaben und Abläufen im Schockraum. Zu dieser Organisation gehört zum einen, dass die räumlichen und materiellen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen oder Verletzungen adäquat versorgt werden können. Zum anderen bedeutet es, dass für die Versorgung im Schockraum jederzeit ein entsprechend ausgebildetes und interdisziplinär trainiertes Team bereit steht, dass bei Bedarf erweitert werden kann. Alle Teammitglieder sollten standardisierte Kurse für Wiederbelebung (ERC-ALS, ERC-EPLS) und Traumaversorgung (ATLS®, ETC®) besuchen, nicht nur, damit sie entsprechend der existierenden Leitlinien und nach bester Evidenz handeln und behandeln, sondern auch damit die Teammitglieder nach dem einheitlichen Schema bei der Notfallversorgung (ABCSchema) vorgehen. Die Teammitglieder sollten entsprechend ihrer Funktion weitere Ausbildungen absolvieren, wie z.B. Kurse in Anästhesie fokussierter Sonographie (AFS), Atemwegsmanagement, Kurs Notfallmedizin. Die Einrichtung von Qualitätszirkeln hilft die Versorgung im Schockraum stetig zu verbessern. Die Bearbeitung fachlicher Aspekte der Versorgung sollte in den Sitzungen der Qualitätszirkel ebenso Thema sein, wie die Bearbeitung von Problemen bei der Organisation und Kommunikation. Das Schockraum-Management ist – durch die entsprechenden Vorbereitungen – ein entscheidender Beitrag um die Morbidität und Mortalität schwer kranker und schwer verletzter Patienten zu reduzieren.

Publiziert in: 

Refresher Course - Aktuelles Wissen für Anästhesisten 2015;41:133-142

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