Geschäftsfeld Notfallmedizin

 

Dr. M. Roessler
PD Dr. med. Markus Roessler DEAA, EDIC
Geschäftsfeldleiter Notfallmedizin
Tel.: 0551 39-8818
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Die Klinik für Anästhesiologie hat wesentlichen Anteil an der notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in Göttingen und Südniedersachsen, da es die Notärzte für die Göttinger Notarzteinsatzfahrzeuge, für den Rettungshubschrauber Christoph 44 und das Universitätsklinikum stellt. In zahlreichen Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen im Bereich Notfall- und Rettungsmedizin werden Rettungssanitäter und –assistenten, Krankenpflegepersonal, Medizinstudenten, Ärzte und Notärzte in der Notfall- und Rettungsmedizin ausgebildet, trainiert und fortgebildet. Durch Mitarbeit in den Gremien der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte in Norddeutschland (AGNN), dem Forum Leitender Notärzte Niedersachsen (FLNN), der Ärztekammer Niedersachsen, dem European Resuscitation Council (ERC), dem Arbeitskreis Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und durch Forschungsprojekte in diesem Bereich ist das AINS seit vielen Jahren an der Gestaltung der Notfall- und Rettungsmedizin beteiligt.


Der Rettungshubschrauber "Christoph 44"

Die Göttinger Station der DRF Luftrettung existiert seit dem 3. Juli 1980. Ein Hubschrauber des Typs EC 135 kommt hier zum Einsatz. Leitender Pilot ist Ralph Günthner (Stationsleiter). Ärztlicher Leiter der Station ist Priv.-Doz. Dr. med. Markus Roessler. Leitender HEMS-TC ist Christian Schulze. Sieben Notfallsanitäter werden von der DRF-Luftrettung und der Berufsfeuerwehr der Stadt Göttingen gestellt. Die Klinik für Anästhesiologie hat insgesamt 30 Ärzte, die auf dem RTH eingesetzt werden können.

 

Zur DRF Luftrettung


Der Intensivtransportwagen Südniedersachsen (ITW)

Bei dem Göttinger Fahrzeug handelt es sich um einen Intensivtransportwagen auf Mercedes-Benz Fahrgestell (Sprinter 416) mit einer umfangreichen Ausstattung, die den sicheren Transport von Risikopatienten zwischen verschiedenen Kliniken ermöglicht. An einer Intensivtransporttrage für Patienten bis 160 Kilogramm sind ein spezielles Beatmungsgerät, ein Intensivmonitor zur Überwachung der Vitalfunktionen und vier Motorspritzenpumpen befestigt. Für die zusätzlichen medizinischen Geräte ist eine 220 Volt Stromversorgung installiert.

Der Intensivtransportwagen

Der neue Intensivtransportwagen steht für alle Verlegungen von Hochrisiko- und Intensivpatienten zur Verfügung, die in ein anderes Krankenhaus zur medizinischen Weiterbehandlung verlegt werden müssen", sagt Dr. Markus Roessler, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen und ärztlicher Leiter des ITW. Das Fahrzeug, mit dem diese so genannten Sekundärtransporte durchgeführt werden, unterscheidet sich hinsichtlich der Ausstattung und fachlichen Qualifikation des eingesetzten Personals von Rettungsmitteln, die beim Notfalleinsatz in der Primärrettung eingesetzt werden.

Alle Ärzte bringen das Know-how einer Intensivstation eines Klinikums der Maximalversorgung mit. Häufig ist der ITW-Arzt auch der später weiterbehandelnde Intensivmediziner. Das hilft, Informationsverluste so gering wie möglich zu halten und die Weiterbehandlung des Patienten schon im abgebenden Krankenhaus beginnen zu lassen. Ist es jedoch erforderlich, dass ein Patient sofort und ohne Zeitverzögerung verlegt werden muss, sollte dies wie bisher mit dem Göttinger Rettungshubschrauber Christoph 44 oder mit den an den Krankenhäusern stationierten Notarzteinsatzfahrzeugen und Rettungswagen geschehen. Damit kann die Anfahrtszeit des ITW zur verlegenden Klinik eingespart werden.

Typische Krankheitsbilder für einen Einsatz des ITW sind Blutvergiftungen (Sepsis) mit Multiorganversagen (Lungen-, Nieren-, Leberversagen), Herzversagen, schwere Mehrfachverletzung (Polytrauma) oder Inkubatortransporte. Auch bei Organtransplantationen und bestimmten Formen einer Hirnblutung, eines Schlaganfalls oder nach einem Herzinfarkt kommt der Intensivtransportwagen zum Einsatz.

Besonderheit des Göttinger "ITW Südniedersachsen": Zu Patienten mit einem schweren Lungenversagen kann ein spezielles Team mit zwei Ärzten des AINS zur Implantation einer so genannten ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) oder PECLA (pumpless extracorporeal lung assist) entsandt werden, die noch im abgebenden Krankenhaus diese extrakorporalen Verfahren zum Einsatz bringen. Bundesweit gibt es nur wenige Kliniken, in denen diese Verfahren durchgeführt werden können und die ein Team hierfür entsenden können. Durch die Kooperation mit der Abteilung Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen kann bei Patienten mit schwerem Herzversagen (kardiogener Schock) im Bedarfsfall auch eine IABP (intraaortale Ballonpumpengegenpulsation) implantiert werden. In solchen Fällen versorgen Anästhesist und Kardiologe den Patienten vor Ort, auf dem Transport und in der weiterbehandelnden Klinik.