Schwerpunkte

Es werden ca. 1.600 Patienten mit ca. 10.000 Einzelkontakten pro Jahr betreut. Zum Behandlungsumfang gehören sowohl vorwiegend somatisch ausgerichtete Interventionen (medikamentöse Therapie, Nervenblockaden, Physiotherapie) wie auch psychotherapeutische Behandlungen (verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Einzel- und Gruppenbehandlung) und insbesondere kombinierte Verfahren, in denen somatische und psychologische Interventionen gekoppelt sind (sog. „multimodale“ Behandlung“). Eine Spezialisierung liegt in der Behandlung von (chronischen) Schmerzerkrankungen wie Rückenschmerzen, Patienten mit Fibromyalgiesyndrom oder Schmerzen bei speziellen Nervenerkrankungen.

Was ist chronischer Rückenschmerz?

Entscheidend ist es, zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen zu unterscheiden: Akute Rückenschmerzen bilden sich meist rasch zurück, so sind über 90% der Rückenschmerzen innerhalb von 6-8 Wochen rückläufig. Halten diese Schmerzen an und treten andere Probleme auf, wie Unwirksamkeit der Therapie, soziale und berufliche Folgen, muss an das Risiko einer Chronifizierung gedacht werden (link Konzept). Häufig wird solchen Rückenschmerzpatienten zur Schonung und zu großer Vorsicht bei Bewegung und Belastung geraten. Viele wissen schließlich nicht mehr, was sie sich an körperlicher Aktivität noch zutrauen dürfen. Ständiges Vermeiden von körperlicher Anstrengung und Belastung kann aber wesentlich dazu beitragen, dass die Schmerzen noch schlimmer werden. In unserem Behandlungskonzept wird vermittelt, wie dieser Teufelskreis der Chronifizierung durchbrochen werden kann: Aktivität und Belastung schaden dem Rücken nicht, sondern führen im Gegenteil langfristig zu einer Stabilisierung und Besserung.

  
Ein Rücken aus Knochen ist alleine nicht stabil.
Es geht nur mit Unterstützung durch die "Weichteile".

Was ist Fibromyalgie?

Schmerzen wechselnder Intensität und Lokalisation am ganzen Körper begleitet von Müdigkeit, Erschöpfung, erhöhter Schmerzempfindlichkeit und vielen anderen Symptomen kennzeichnen diese Patienten. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt, es gibt aber solide Hinweise für ein enges Zusammenspiel körperlicher und psychologischer Faktoren. Dies wird meist deutlich in einer Störung der Reaktion auf Stress, sei es durch körperliche Belastung oder schwierige soziale und psychologische Faktoren. Für diese Patienten ist es entscheidend die richtige Balance zwischen Belastung und Erholung, die über die Zeit verloren gegangen ist, wieder her zu stellen. Auch dies wird in unserem Programm vermittelt: Erkennen und Respektieren der eigenen Grenzen und ein langsamer Aufbau der Belastbarkeit durch die richtige Kombination von Aktivität und Entspannung.


Patienten mit FMS empfinden Schmerz grundsätzlich ähnlich wie Gesunde,
sind aber deutlich schmerzempfindlicher.

Was ist Nervenschmerz?

Nervenschmerz tritt nach Verletzung oder Irritation von Strukturen des Nervensystems im Gehirn und Rückenmark, aber auch der so genannten peripheren Nerven auf. Dabei sind die Ursachen vielfältig und reichen von direkten Verletzungen, über Infektionen bis zu Störungen des Stoffwechsels (Diabetes Mellitus). Nervenschmerzen sind aber häufig durch spontan auftretende brennende oder einschießende Schmerzen im Bereich der betroffenen Nervenstruktur charakterisiert sowie durch eine extreme, regelrecht schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit oder gar Verlust von normalem Empfinden. In Kooperation mit Partnern an der Universitätsmedizin in Göttingen stellen wir eine sorgfältige Diagnose und leiten eine differenzierte medikamentöse Therapie ein, in vielen Fällen kombiniert mit speziellen physio- und ergotherapeutischen Verfahren. Für viele Patienten ist auch eine begleitende psychologische Diagnostik sinnvoll und hilfreich, und gegebenenfalls auch eine Behandlung in der Schmerz-Tagesklinik.