Sporttherapie

 

Bewegung und Schmerz

 Dr. dis. pol. Susanne Lüder
Dr. dis. pol. Susanne Lüder
Sportwissenschaftlerin

Schmerzpatienten erleben sich häufig durch ihre Schmerzen körperlich sehr eingeschränkt und vermeiden Bewegung. Infolge des Bewegungsmangels wird ein körperlicher Dekonditionierungsprozess angetreten, der gekoppelt mit aufkommender Verunsicherung und Ängsten das Tor für einen Teufelskreis innerhalb eines komplexen Chonifizierungsprozess öffnet. Zu der einst somatischen Schmerzgenese treten nun noch ungünstige psycho-soziale Einflussfaktoren hinzu, welche das Wohlbefinden weiter verschlechtern. Eine Unterbrechung dieser sich verselbständigten Aufrechterhaltung der Beschwerden und Umgangsgewohnheiten kann durch neue Erfahrungen, also Verhaltensänderungen gelingen. Es ist bekannt und inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass mit regelmäßiger körperlicher Aktivität positive Effekte für Patienten mit chronischen Schmerzen erreicht werden und insbesondere zusammen mit der psychologischen Verhaltenstherapie gut helfen. Die Sporttherapie bei Patienten mit Schmerzen nutzt den Körper über Bewegung, Wahrnehmung, Training, Spaß und Spiel, um Schmerzen und ihren Folgeerscheinungen mit aktiven, motorischen Bewältigungsstrategien entgegen zu wirken.

 

Die wesentlichen Ziele der sporttherapeutischen Arbeit sind dabei:

  • eine Leistungsverbesserung der motorischen Grundfähigkeiten (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit)

  • eine Verbesserung des Körpergefühls für Anstrengung und Entspannung

  • das Erleben von Belastungssicherheit und Ressourcen

  • die Förderung der Motivation für eine lebenslange Umsetzung von sportlicher Aktivität

  • das Erkennen und Nutzen eigener „Kraft“-Quellen.

 

Zur Erreichung dieser Ziele bieten wir an:

  • Dynamische Raumbedingungen (z. B. Turnhalle, Wald Tartanbahn)

  • Variationsreiche Materialien (z. B. Bälle, Krafttrainingsgeräte, Sportkreisel, Trampolin)

  • Kreative Sport- bzw. Bewegungsformen (z. B. kleine Sportspiele, Dehnen, Ausdauertraining, Gerätetraining, Körperwahrnehmungsübungen, Tanzen)

 

In heterogener Kleingruppe (8 Teilnehmer) werden gruppendynamische Prozesse genutzt und gleichzeitig differenzierte Bewegungsaufgaben initiiert. Der Einsatz von standardisierten körperlichen Testverfahren vor und nach der Behandlung bildet die Grundlage für eine Leistungsbewertung und patientenorientierten Therapiesteuerung inklusive der Darstellung resultierender Veränderungseffekte.