Mit dem Medical Intervention Team in Myanmar

Medical Intervention Team e.V.

Die diesjährige Mission 'MYANMAR 2013' mit dem Medical Intervention Team e.V. (MIT) hat begonnen. Der Medical Intervention Team e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der im Jahr 2009 von der Frankfurter Plastischen Chirurgin, Dr. Julia Berkei und dem Frankfurter Hals-Nase-Ohrenarzt, Dr. Barun Sarkar, gegründet wurde.

Bei ihren Einsätzen liegen den Ärzten die Kinder besonders am Herzen. Bei ihnen sind die so genannten Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (ugs. Hasenscharte, Wolfsscharte) sehr verbreitet. Behandelt werden können die meisten Betroffenen bislang nicht, da die medizinische Versorgung in der Klinik – wie im gesamten Land – nicht annähernd ausreicht. Die Folgen für die kleinen Patienten sind dramatisch. Oft werden sie von Mitmenschen gemieden und von der Gesellschaft ausgegrenzt. Viele Kinder sind chronisch unterernährt, da die Nahrungsaufnahme erschwert ist. Hinzu kommt es oft zu Zahnfehlstellungen, Sprachentwicklungsstörungen sowie chronischen Infekten im Hals-Nasen-Rachenraum.

Wir möchten uns hiermit auch noch einmal bei allen Sponsoren, Partnern und Freunden für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung für diese Mission bedanken. Wir hoffen, Ihnen somit einen kleinen Einblick in unsere Arbeit vor Ort geben zu können.

 

 

Screening

Ausgewählt für seinen diesjährigen Einsatz hat das 16 köpfige Ärzteteam aus Deutschland das Sitagu Ayudana Hospital in Sagaing Hills in Myanmar. Es befindet sich in der Nähe von Mandalay. Eingebunden in einen buddhistischen Klosterkomplex wird die kleine, einfache Klinik von den vor Ort lebenden Mönchen betreut. Gleich nach Ankunft aus Deutschland wurden am Sonntag, dem 13.10. die ersten 20 potentielle Patienten im Sitagu Ayudana Hospital untersucht. Wenn keine weitere Krankheit bei den Patienten diagnostiziert wurden (insbesondere der Atemwege, Herzkrankheiten o.ä. - um das Anästhesierisiko so weit wie möglich zu minimieren), wurden diese in die OP-Liste für den folgenden Tag aufgenommen und eingeteilt. Im Laufe der Woche werden laut Plan ca. 80 Patienten operiert.

 

Einrichtung des OP-Raumes

Neben dem Screening begann die andere Hälfte des Ärzteteams am Sonntag mit dem Aufbau und der Einrichtung des Krankenhauses, einschließlich des OP-Raumes mit 3 Operationsmöglichkeiten, dem Aufwachraum und dem Administrationraum.

Der erste OP Tag

Am ersten OP-Tag ist 7:00 Uhr Treff vor dem Hotel und das ganze Team fährt ins Krankenhaus. Ca. eine 1 Stunde wühlt sich der Bus durch den Verkehr, dann sind wir endlich da. Kurzer Check der OP's, dann geht es auch schon los. Die ersten Kinder liegen auf dem OP-Tisch. Der erste OP-Tag verlief ohne Komplikationen. Es wurden 19 Kinder operiert. Geschafft: gegen 18:30 Uhr legen die Operateure ihre Skalpelle zur Seite - es war ein spannender Tag für alle Beteiligten. Dann geht es mit dem Bus zurück zum Hotel. Gegen 19:30 Uhr sind wir endlich da. Müde, aber glücklich fallen alle ins Bett. Morgen früh 6:00 Uhr klingelt wieder der Wecker.

Nachhaltigkeit

Neben den Operationen ist es dem Team sehr wichtig, mit den Ärzten und dem Pflegepersonal vor Ort zu kooperieren. Es wurden auch Kinder aus den vergangenen Einsätzen behandelt oder nachuntersucht. Auf diese Weise haben Eltern ohne finanzielle Mittel die Möglichkeit, ihre Kinder wiederholt von den Ärzten des MIT behandeln zu lassen.

Das Chirurgenteam

 

Das gesamte Chirurgenteam aus Deutschland mit Dr. Philipp Müller, Dr. Farzin Nourbaksh, Dr. Bianka Baican, Dr. Barun Sarkar , Dr. Julia Berkei, Naja Pluto, Tanja Kheiri, Dr. Klaus Exner und Livia Berkei.  v.l.n.r.

Das Anästhesieteam

Das deutsche Anästhesieteam mit Doreen Schütze, PD Dr. Daniel Heise, Dr. Ewgeny Kunits und Professor Dr. Dr. Martin Bauer.   v.l.n.r.

OP-Geschehen

Während der Operation ist volle Konzentration gefragt. Viele dieser Kinder brauchen mindestens eine, manchmal aber auch aufeinanderfolgende Operationen bis zur vollständigen Defekt-Sanierung.
 
 
 
 
 

Aufwachraum

Nach der OP werden die Kinder in den Aufwachraum bzw. Überwachungsraum gebracht. Hier werden sie ca. 2h intensiv überwacht bevor sie auf die Krankenstation gelegt werden können. Die Eltern werden sofort mit eingebunden, um ihre Kinder von Anfang an richtig betreuen zu können. Es werden u.a. auch Informationen, wie z.B. Verhaltensweisen nach der OP mit auf dem Weg gegeben, Medikamente und Spielzeug an die Patienten verteilt.  Der Verlauf der Wundheilung ist für das spätere Ergebnis von großer Bedeutung und für die weitere Entwicklung der Patienten.

 

Zweiter Tag - Glückliche Momente 

Am zweiten OP-Tag ist das Ärzte- und Schwesternteam schon richtig gut eingespielt. Alles geht Hand in Hand. Das muss auch so sein, denn eine  Operation  einer  beidseitigen Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte, wie wir sie diesmal ausgesprochen häufig sehen,  dauert mitunter 3-4 Stunden.

 

 

Der Tag danach

Die ersten Ergebnisse sind schon sichtbar. Die kleinen Patienten haben zwar immer noch Schmerzen, jedoch ist diese Veränderung  ihr schönstes Geschenk,  das das  deutsche Ärzteteam ihnen mitgeben konnte. 

 

 

Eine aufregende Woche geht zu Ende

 

Der letzte OP Tag im Sitagu Ayudana Hospital in Sagaing Hills- für alle Beteiligten geht  eine aufregende, anstrengende, aber auch sehr erfolgreiche Woche zu Ende. Insgesamt wurden in dieser einen Woche 106 Operationen durchgeführt. Viele dieser Kinder brauchen mindestens eine, manchmal aber auch mehrere aufeinanderfolgende Operationen bis zur vollständigen Defekt-Sanierung.
 
Wir möchten uns bei allen Teilnehmern des Einsatzes für Ihr Engagement und die Unterstützung für diese Mission bedanken.
 
Es arbeiteten Fachärzte aus ganz Deutschland, wie Plastische- und Mund Kiefer- Gesichts-Chirurgen, sowie ein HNO Arzt aus Frankfurt mit einem neuen  Anästhesistenteam aus der Uni Göttingen erstmals im OP zusammen. Wenn alle Helfer das gleiche Ziel haben, dann kann in kürzester Zeit eine hervorragende und qualifizierte Arbeitsgruppe gebildet werden.
 
Wir konnten so vielen Kindern eine neue Chance geben in Zukunft besser  zu kommunizieren, unbeeinträchtigt Nahrung aufzunehmen und im sozialen Umfeld weniger Ausgrenzung zu erleben, wie etwa einem liebenswerten Lächeln.